14. Vilmer Sommerakademie


Alljährlich findet am Bundesamt für Naturschutz - Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm die Vilmer Sommerakademie statt. Die Sommerakademie blickt dabei auf eine lange Kooperation mit der Universität Kiel (Philosophisches Seminar) und dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zurück.


Die Literatur war vom frühen 18. Jahrhundert bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eines der wichtigsten Medien, in denen die sich formende und in immer rascherem Wandel weiterentwickelnde bürgerliche Gesellschaft ihre Leitideen, Einstellungen, Urteile, Wahrnehmungen, Wertvorstellungen und auch ihren ‚Gefühlshaushalt' artikulierte und sich - nicht selten kontrovers - über die rationale wie die affektive Bildung des ‚bürgerlichen Menschen' zu verständigen suchte. Blickt man auf die Geschichte dieser 300-jährigen Entwicklung wird verständlich, weshalb (in Deutschland) die Literatur für die Begründung und Legitimation des Naturschutzes eine bedeutsame Rolle gespielt hat - obwohl das an den Lebensläufen der Protagonisten, an den programmatischen Texten an den organisierten Aktivitäten zunächst kaum direkt ablesbar ist. Die stark über Literatur vermittelten Einstellungen, Wahrnehmungen, Urteilsbildungen und Argumentationsmuster haben bei der Entstehung der Naturschutzbewegung und phasenweise auch später wesentlich an der Grundlegung der ‚mentalen Dispositionen' mitgewirkt, auf denen der klassische Naturschutz basierte. Für ‚den Naturschutz' heute könnte das bedeuten, von ‚der Literatur' nicht unmittelbar Unterstützung für seine politischen und praktischen Anliegen zu erwarten. Die Wirksamkeit ist, wie schon in dem erwähnten Zeitraum zuvor, viel indirekter. Die Literatur könnte die selbstverständlich gewordene Wahrnehmung und Wertschätzung von ‚Natur', die Haltung als ihr ‚Sachwalter' und ihre Schutzbedürftigkeit mit dem Mittel der Sprache befördern und unterstützen. Der Nutzen für den Naturschutz wird sich nicht sofort messen lassen. An der Beeinflussung von "mentalen Dispositionen" und Werthaltungen auch in der Gegenwart besteht aber kein Zweifel. Dies lässt sich am Werk wichtiger Personen deutlich machen. Beispielhaft seien hier Horst Stern, Jonathan Franzen und die Lyrikerin Sarah Kirsch genannt.

 

Weitere Infos unter:

http://bfn.de/0603_kalender.html?&no_cache=1&tx_blitzcalendar_pi1[qlist]=3&tx_blitzcalendar_pi1[uid]=31&tx_blitzcalendar_pi1[cid]=2445&tx_blitzcalendar_pi1[cmd]=single

 

Aktuelles