13. Vilmer Sommerakademie

Alljährlich findet am Bundesamt für Naturschutz-Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm gemeinsam mit der Universität Kiel (Philosophisches Seminar) und dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen die Vilmer Sommerakademie statt. Aus dem Gustav-Radbruch-Netzwerk ist Prof. Dr. Konrad Ott an dieser bewährten Zusammenarbeit beteiligt.

13. Vilmer Sommerakademie: Naturschutz in der demokratischen Gesellschaft

Im Wahljahr 2013 liegt es durchaus nahe, über den Naturschutz in der demokratischen Gesellschaft etwas grundsätzlicher nachzudenken.  Gesetze des Bundes und der Länder stecken den rechtlichen Rahmen ab und bestimmen zugleich die Mitwirkungsmöglichkeiten bei Eingriffen in Natur und Landschaft. Staatliche Institutionen und Naturschutzverbände nehmen dabei ihre jeweilige Verantwortung im demokratischen System der Bundesrepublik wahr.
 
Über die Umsetzung konkreter Maßnahmen und die Erreichung ehrgeiziger naturschutzpolitischer Ziele ist damit noch wenig gesagt. Viele im Naturschutz Engagierte beklagen, dass schon die Durchsetzung des Ordnungsrechtes ein Alltagsproblem ist. Bei größeren Eingriffen, Investitionen oder Schutzgebietsausweisungen zieht der Naturschutz oft genug den Kürzeren. Mittel- und langfristige Ziele werden eher verfehlt als erreicht. Diese Befunde nähren bisweilen Zweifel bei der eigenen Zunft, ob Demokratie und Naturschutz immer gut zusammengehen. Sie legen die begründete Vermutung nahe, dass zwischen unserem heutigen Politik- und Ökonomiemodell und einer zukunftsfähigen Nachhaltigkeits- und Naturschutzpolitik noch eine ziemliche Lücke klafft.
 
Eine moderne, auf Weiterentwicklung ausgerichtete Naturschutzpolitik muss über die Einhaltung und Durchsetzung des Ordnungsrechtes hinausgehen. Sie wird sich aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen müssen, der eine Schließung der oben genannten Lücke für notwendig hält und die heute gern bemühte Alternativlosigkeit bei den Handlungsoptionen nicht gelten lässt. Sie wird daher streitbar für mehr Demokratie und Nachhaltigkeit eintreten.
 
Zugleich muss sie antidemokratischen Rezepten entschieden entgegentreten. Angesichts der Dringlichkeit und des Handlungsdrucks– z.B. beim Klimawandel oder der Energiewende– gibt es durchaus Stimmen, die Mitbestimmungsrechte einschränken wollen, eine „Öko-Diktatur“ für unumgänglich halten oder „braune Grüne“ die mit einfachen aber völkisch-rassistischen Antworten auf Stimmenfang gehen.
 
Die Tagungsdokumentation finden Sie unter:

http://www.bfn.de/18418.html

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