Vergangene Veranstaltungen

Das Gustav-Radbruch-Netzwerk war in der Vergangenheit an folgenden Veranstaltungen beteiligt oder verwies auf diese.

Tagung bio-intensive Landwirtschaft

Von Montag, dem 19.11.2018 bis Dienstag, dem 20.11.2018 fand an der CAU in der LS1 in Kooperation mit der Stiftung Ökologie & Landbau eine Tagung zu neuen, sich weltweit entwickelnden landwirtschaftlichen Modellen statt. 

Hintergrund

Diverse Krisen auf ökologischer, ökonomischer, sozialer und psychologischer Ebene zeigen deutlich den Handlungsbedarf der Entwicklung neuer Modelle um eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Nicht mehr zu ignorierende Warnsignale zeigen sich u.a. im wachsenden Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land, in dem sich zuspitzenden Klimawandel, dem bedrohlichen Artensterben und der fortschreitenden Bodendegradation, dem Höfesterben, in der Zunahme von chronischen Zivilisationskrankheiten und nicht zuletzt in der steigenden Zahl von Burnout-Erkrankungen.

Seit ein paar Jahren entstehen weltweit neue landwirtschaftliche Modelle, welche durch ihren systemischen Ansatz beeindruckende Effekte aufweisen. Sie nennen sich Market Gardening, Biointensive Landwirtschaft oder Mikrofarms und sind inspiriert von agrarökologischen und permakulturellen Denkweisen. Anstatt in die Größe zu wachsen, werden die Kulturflächen, gerade im Gemüsebau, kleiner und intensiver und dadurch um ein Vielfaches produktiver. Voraussetzung für ein Funktionieren dieses intensiven Anbausystems ist eine perfekte Bodenstruktur und -fruchtbarkeit. Solche Betriebe können - entgegen der Logik der Skaleneffekte - sogar produktiver und rentabler sein als größere Betriebe, so das Ergebnis einer Doktorarbeit. Diese Konzepte widerlegen somit erstmalig das bisher gültige landwirtschaftspolitische Paradigma "Wachse oder Weiche". Sie sind ökonomisch rentabel, ökologisch wertvoll und sozial wertschätzend.

Eine Teilnahme war nur nach vorheriger Anmeldung bei der Stiftung Ökologie & Landbau möglich.

Informationen zu Inhalt und Programm finden Sie auf den entsprechenden Webseiten der Stiftung Ökologie und Landbau.

 

Gastvortrag von Dr. Narayan Desai am Montag, 29.10.2018

Am Montag, dem 29.10.2018 durften wir ab 18:15 Uhr Dr. Narayan Desai (Puna, Indien) begrüßen. Er hielt einen Vortrag zum Thema "Environmental Ethics in Vedic and Western Culture. A dialogue." und eröffnete hiermit die Möglichkeit, sich interkulturell auszutauschen. Der Vortrag mit anschließendem Gespräch war sehr gelungen und es gab eine Vielzahl von Nachfragen und Beiträgen der interessierten Zuhörerschaft.

18.-19.10.2018 Seminar Forschungsethik für Neuberufene

Eine Kooperation zwischen dem Gustav-Radbruch-Netzwerk und der Wissenschaftlichen Weiterbildung der CAU Kiel


Forscher*innen sind mehr denn je gefordert, den gesellschaftlichen Kontext ihrer Forschungsprojekte zu berücksichtigen und diesen in ihren Drittmittelanträgen zu erläutern. Die Europäische Union fasst diesen Ansatz, die Distanz zwischen Gesellschaft und Wissenschaft zu verringern unter dem Namen „Responsible Research & Innovation (RRI)“ zusammen. Ethik in der Forschung generell ist auch bei nationalen und internationalen Förderern zunehmend ein relevantes Thema, um die Qualität der Forschung sicher zu stellen.

Das EU Pilotprojekt HEIRRI, an dem auch die CAU teilnimmt, soll Forscher*innen helfen, ihr Bewusstsein für RRI zu stärken und Möglichkeiten aufzeigen, den Ansatz in Forschung und Lehre zu verankern.

Im Rahmen eines zweitägigen Seminars am 18. und 19. 10. 2018 geben wir Ihnen die Möglichkeit, sich über dieses wichtige Thema zu informieren. Am 18.10. wird es ab 13 Uhr einen Workshop mit Prof. Dr. Konrad Ott geben, der in den Themenkomplex RRI einführt. Abends wird Dr.Dr. René von Schomberg in einer Keynote über seinen aktuellen Forschungsschwerpunkt RRI sprechen. Er ist Experte auf dem Gebiet der Wissenschafts- und Technologieethik und wird das zweitägige Seminar mit seiner Expertise bereichern. Am 19.10. findet ein zweiter Workshop statt, den Prof. Dr. Konrad und Ott und Dr. Dr. René von Schomberg gemeinsam leiten werden.

Für weitere Informationen und zur Anmeldung besuchen Sie gerne die enstprechende Webseite der wissenschaftlichen Weiterbildung.

Save the Date!

Feierliche Eröffnung des Zertifikatsstudiengangs Forschungsethik: Das Gustav-Radbruch-Netzwerk lädt am Dienstag, den 16. Oktober 2018, um 16 Uhr in die LS. 1 (R. 106a) zur feierlichen Eröffnung des Zertifikatstudiengangs Forschungsethik ein. Alle Interessierten sind zum Informieren und Kennenlernen herzlich eingeladen.

Für weitere Informationen und zur Einschreibung besuchen Sie die Forschungsethik Webseite.

Zur feierlichen Eröffnung war Johannes Kulms vom Deutschlandfunk vor Ort und entwickelte aus seinen Eindrücken und Interviews einen vierminütigen Beitrag für das Format "Campus & Karriere" des DLF. Zu dem Radiobeitrag gelangen Sie hier.

14. Vilmer Sommerakademie


Alljährlich findet am Bundesamt für Naturschutz - Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm die Vilmer Sommerakademie statt. Die Sommerakademie blickt dabei auf eine lange Kooperation mit der Universität Kiel (Philosophisches Seminar) und dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zurück.


Die Literatur war vom frühen 18. Jahrhundert bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eines der wichtigsten Medien, in denen die sich formende und in immer rascherem Wandel weiterentwickelnde bürgerliche Gesellschaft ihre Leitideen, Einstellungen, Urteile, Wahrnehmungen, Wertvorstellungen und auch ihren ‚Gefühlshaushalt' artikulierte und sich - nicht selten kontrovers - über die rationale wie die affektive Bildung des ‚bürgerlichen Menschen' zu verständigen suchte. Blickt man auf die Geschichte dieser 300-jährigen Entwicklung wird verständlich, weshalb (in Deutschland) die Literatur für die Begründung und Legitimation des Naturschutzes eine bedeutsame Rolle gespielt hat - obwohl das an den Lebensläufen der Protagonisten, an den programmatischen Texten an den organisierten Aktivitäten zunächst kaum direkt ablesbar ist. Die stark über Literatur vermittelten Einstellungen, Wahrnehmungen, Urteilsbildungen und Argumentationsmuster haben bei der Entstehung der Naturschutzbewegung und phasenweise auch später wesentlich an der Grundlegung der ‚mentalen Dispositionen' mitgewirkt, auf denen der klassische Naturschutz basierte. Für ‚den Naturschutz' heute könnte das bedeuten, von ‚der Literatur' nicht unmittelbar Unterstützung für seine politischen und praktischen Anliegen zu erwarten. Die Wirksamkeit ist, wie schon in dem erwähnten Zeitraum zuvor, viel indirekter. Die Literatur könnte die selbstverständlich gewordene Wahrnehmung und Wertschätzung von ‚Natur', die Haltung als ihr ‚Sachwalter' und ihre Schutzbedürftigkeit mit dem Mittel der Sprache befördern und unterstützen. Der Nutzen für den Naturschutz wird sich nicht sofort messen lassen. An der Beeinflussung von "mentalen Dispositionen" und Werthaltungen auch in der Gegenwart besteht aber kein Zweifel. Dies lässt sich am Werk wichtiger Personen deutlich machen. Beispielhaft seien hier Horst Stern, Jonathan Franzen und die Lyrikerin Sarah Kirsch genannt.

 

Weitere Infos unter:

http://bfn.de/0603_kalender.html?&no_cache=1&tx_blitzcalendar_pi1[qlist]=3&tx_blitzcalendar_pi1[uid]=31&tx_blitzcalendar_pi1[cid]=2445&tx_blitzcalendar_pi1[cmd]=single

 

Workshopserie: Aktuelle Fragen der Umweltethik

Die Workshopreihe findet jeweils Dienstags von 18:30 bis 20:00 Uhr in der Leibnizstraße 1, Raum 106a statt. Die zugrundeliegenden Papers können bei Yogi Hendlin im Vorfeld angefragt werden. Weitere Infos unter: http://umweltethik.blogspot.de/

13. Vilmer Sommerakademie

Alljährlich findet am Bundesamt für Naturschutz-Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm gemeinsam mit der Universität Kiel (Philosophisches Seminar) und dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen die Vilmer Sommerakademie statt. Aus dem Gustav-Radbruch-Netzwerk ist Prof. Dr. Konrad Ott an dieser bewährten Zusammenarbeit beteiligt.

13. Vilmer Sommerakademie: Naturschutz in der demokratischen Gesellschaft

Im Wahljahr 2013 liegt es durchaus nahe, über den Naturschutz in der demokratischen Gesellschaft etwas grundsätzlicher nachzudenken.  Gesetze des Bundes und der Länder stecken den rechtlichen Rahmen ab und bestimmen zugleich die Mitwirkungsmöglichkeiten bei Eingriffen in Natur und Landschaft. Staatliche Institutionen und Naturschutzverbände nehmen dabei ihre jeweilige Verantwortung im demokratischen System der Bundesrepublik wahr.
 
Über die Umsetzung konkreter Maßnahmen und die Erreichung ehrgeiziger naturschutzpolitischer Ziele ist damit noch wenig gesagt. Viele im Naturschutz Engagierte beklagen, dass schon die Durchsetzung des Ordnungsrechtes ein Alltagsproblem ist. Bei größeren Eingriffen, Investitionen oder Schutzgebietsausweisungen zieht der Naturschutz oft genug den Kürzeren. Mittel- und langfristige Ziele werden eher verfehlt als erreicht. Diese Befunde nähren bisweilen Zweifel bei der eigenen Zunft, ob Demokratie und Naturschutz immer gut zusammengehen. Sie legen die begründete Vermutung nahe, dass zwischen unserem heutigen Politik- und Ökonomiemodell und einer zukunftsfähigen Nachhaltigkeits- und Naturschutzpolitik noch eine ziemliche Lücke klafft.
 
Eine moderne, auf Weiterentwicklung ausgerichtete Naturschutzpolitik muss über die Einhaltung und Durchsetzung des Ordnungsrechtes hinausgehen. Sie wird sich aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen müssen, der eine Schließung der oben genannten Lücke für notwendig hält und die heute gern bemühte Alternativlosigkeit bei den Handlungsoptionen nicht gelten lässt. Sie wird daher streitbar für mehr Demokratie und Nachhaltigkeit eintreten.
 
Zugleich muss sie antidemokratischen Rezepten entschieden entgegentreten. Angesichts der Dringlichkeit und des Handlungsdrucks– z.B. beim Klimawandel oder der Energiewende– gibt es durchaus Stimmen, die Mitbestimmungsrechte einschränken wollen, eine „Öko-Diktatur“ für unumgänglich halten oder „braune Grüne“ die mit einfachen aber völkisch-rassistischen Antworten auf Stimmenfang gehen.
 
Die Tagungsdokumentation finden Sie unter:

http://www.bfn.de/18418.html